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Mit der richtigen Batterietechnologie auf der sicheren Seite

Stromspeicher sind nicht gleich Stromspeicher. Die verbaute Batterietechnologie variiert und damit auch die Sicherheit der Batteriespeicher. Wir entwirren die Fäden und schildern hier die verschiedenen Batterietechnologien und ihre damit verbundenen Vor- und Nachteile.

Sicherheit geht immer vor. Denn wenn dies nicht der Fall ist, können die Folgen verheerend sein: Auch Batteriespeicher können im Worst Case brennen, wodurch eine Druckwelle erzeugt werden kann - eine Verpuffung. Eine Verpuffung ist ein schneller Verbrennungsvorgang, auch "Deflagration" genannt, und wird durch eine etwas langsamere Verbrennung hervorgerufen als bei der Detonation.

Der Hebel, bei dem die Batterietechnologie ansetzen sollte, ist daher die Brandvermeidung. Und der Weg dorthin führt über die Wahl der richtigen Technologieform.

 

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick: 

  • Es ist prinzipiell sehr unwahrscheinlich, dass Batteriespeicher zu brennen anfangen. 

  • Insbesondere im stationären Bereich gibt es kaum äußere Einflüsse, die den Speicher beschädigen und somit gefährden können. 

  • Doch auch wenn die Wahrscheinlichkeit einer Beschädigung des Speichers durch äußere Einflüsse sehr gering ist, gibt es einige sicherheitsrelevante Aspekte, die bei der Wahl der Speichertechnologie berücksichtigt werden sollten. Denn es gibt eine Reihe guter Gründe, warum wir bei neoom ganz bewusst auf die Lithium-Eisen-Phosphat Technologie setzen. Welche das sind, erläutern wir in den folgenden technischen Ausführungen.


Welche Batterietechnologien gibt es für Batteriespeicher? 

In fast allen am Markt befindlichen Produkten werden Lithium-Ionen-Akkus oder Bleisäure-Akkus verbaut. Bleiakkus sind allerdings auf dem Rückzug, da Lithium-Ionen-Batterien mit einer deutlich höheren Ladezyklenzahl und einer größeren Entladetiefe wichtige Vorteile auf ihrer Seite haben.  

Rising Star: Lithium-Ionen-Akkus 

Innerhalb der Lithium-Ionen-Akkus werden anhand der Zelltechnologie vor allem zwei wichtige Arten unterschieden: Zellen auf Basis von Lithium-Nickel-Mangan-Cobalt-Oxiden (NMC) und Lithium-Eisen-Phosphat (LFP).  

Lithium-Nickel-Mangan-Cobalt-Oxide (NMC) 

Die NMC Technologie hat auch Vorteile: Die Akkus können schnell geladen werden und haben eine hohe Energiedichte, werden jedoch nicht alt. Für Elektroautos sind sie wegen der hohen Energiedichte und dem geringen Platzbedarf die richtige Wahl. Der Nachteil: Bei Mikrorissen entweicht viel Energie auf wenig Raum, dies führt zu hoher Hitze und somit einem Brand. Aber nicht nur Mikrorisse können bei Zellen mit chemisch und thermisch instabilem Kathodenmaterial wie Lithium-Kobalt-Oxid (LCO) oder Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt-Oxid (NMC) Brände verursachen. Auch eine starke Wärmeentwicklung bei Überladung, ein interner oder externer Kurzschluss, mechanische Beschädigung, produktionsbedingte Verunreinigungen oder starke äußere Hitzeeinwirkung können eine zellinterne exothermische chemische Reaktion hervorrufen. Was dann folgt, ist eine verheerende Kettenreaktion: Die freiwerdende Wärmeenergie erhöht die Reaktionsgeschwindigkeit der Zellchemie und lässt die zellinterne Temperatur weiter ansteigen. Wird eine spezifische Temperaturgrenze überschritten, kann dieser sich selbstbeschleunigende Prozess nicht mehr gestoppt werden. Diese Temperaturgrenze hängt von der eingesetzten Zell-Chemie ab. Bei Lithium-Kobalt-Oxid (LCO) beträgt sie beispielsweise 150°C. Bei Erreichen der Temperaturgrenze kommt es zum Thermal Runway (thermisches Durchgehen), der schließlich zum Brand oder der Explosion der Zelle führen kann. Weil der im Kathodenmaterial gebundene Sauerstoff (es handelt sich schließlich um die Lithium-Kobalt-Oxid Technologie) freigesetzt wird, ist ein derartiger Zellbrand nur sehr schwer zu löschen und brennt selbst unter Wasser.

Tests mit einem simulierten Kurzschluss zeigen das Entstehen sehr hoher Temperaturen von über 700°C, die den Separator zwischen den einzelnen Zellen schmelzen und somit auf die anderen Zellen übergreifen können und in dem angesprochenen unlöschbaren Brand resultieren.  

Bei einem Auto ist dies unkritischer, da ein Feuer oft schnell bemerkt wird und das Elektroauto meist rasch verlassen werden kann. Tesla verbaut in seinen Elektroautos dennoch nur LFP-Batterien. Zum Abschluss noch ein Vorteil: NMC Akkus sind aufgrund der Massenfertigung der Automobilindustrie mittlerweile günstiger.  

Lithium-Eisen-Phosphat (LiFePO)-Akkus 

Lithium-Eisen-Phosphat Akkus weisen hingegen wegen ihrer niedrigeren Nennspannung von 3,2 V eine geringere Energiedichte als viele andere Kathodenmaterialien wie NMC oder NCA und somit größeren Platzbedarf auf.  

Daher eignen sie sich besser für Heimspeicher, weil im Keller Platzbedarf kein Problem darstellt – im Gegensatz zu einem Auto. Sollten Mikrorisse entstehen, verursachen LiFePO eine geringere Hitze und stellen somit keine Brandgefahr dar. In Tests haben selbst voll geladene Lithium-Eisen-Phosphat-Batterien keine vergleichsweise Reaktion wie NMC- oder NCA-Zellen gezeigt. Die Li-Fe-PO-Akkus haben weder gebrannt noch sind kritische Temperaturen entstanden, die den Seperator schmelzen oder auf andere Zellen übergreifen können. Dies stellte auch eine unabhängige, durch das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderte Studie ("Kompendium: Li‐Ionen‐Batterien") des Verbandes der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) und der Deutschen Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE) fest. Die Studie vergleicht die verschiedenen Lithiumbatterietechnologien und schlussfolgert: "Im Gegensatz zu den Oxiden zeigt Lithium-Eisen-Phosphat (LFP) bis 300 °C keinerlei thermische Effekte. LFP ist u. a. dadurch sicherheitstechnisch außer Konkurrenz.“ Und betont nochmals: „Im Unglücksfall kann es bei den Oxiden zur Entwicklung von Sauerstoff mit Brandfolgen kommen. Besonders kritisch ist in diesem Zusammenhang NCA (Lithium-Nickel-Cobalt-Aluminium-Oxid) zu sehen." 

Weil die Chemie stimmt 

Der Grund dafür ist, dass mit Lithium-Eisen-Phosphat (LiFePO4) für das Kathodenmaterial eine stabile chemische Verbindung mit erhöhter Sicherheit zur Verfügung steht. Bei einer Überladung ist die entstehende Wärmeenergie wesentlich geringer als bei LCO/NMC-Zellen. Sogar beim „Nageltest“, bei dem ein interner Kurzschluss der Zelle durch Eindringen eines metallischen Körpers ausgelöst wird, ist ein thermisches Durchgehen der LiFePO4-Zelle nahezu ausgeschlossen, da das Kathodenmaterial Lithium-Eisen-Phosphat im Fehlerfall oder bei einer missbräuchlichen Anwendung nur wenig bis gar keinen Sauerstoff abgibt (und nicht von Haus aus schon Oxid in der Zelle enthalten ist wie bei den Lithium-Kobalt-Oxid (LCO) Zellen) und demgemäß unempfindlicher gegen Hitze ist. 

Die spezifische Temperatur für einen Thermal Runway ist mit 270° wesentlich höher als bei anderen Kathodenmaterialien (Zur Erinnerung: Bei Lithium-Kobalt-Oxid (LCO) beträgt diese spezifische Temperatur 150°C). Alles in allem sind die LiFePO4-Zellen deutlich unempfindlicher gegenüber Hitze und der Einsatz ist selbst bei Minus-Temperaturen möglich, meist beträgt der bevorzugte Temperaturbereich -30 bis 65°C.  

Sicherheit & Sustainability 

Diese Punkte sind in einem Haus ein überlebenswichtiger Vorteil, da ein Brand im Keller oft lange unbemerkt bleibt. Daher setzt neoom in seinen Batteriespeichern nur Lithium-Eisen-Phosphat-Akkus ein. Der Nachteil sind unter Umständen höhere Einkaufspreise – die neoom akzeptiert, da die Sicherheit unserer Kund:innen vorgeht. Sicherheitsmaßnahmen sind natürlich immer nötig: So müssen Normen eingehalten und die Temperatur sowie allgemeine Sicherheit vom Batteriemanagementsystem überwacht werden.  

Auch die Lebensdauer ist mit 5.000 Zyklen bei Lithium-Eisen-Phosphat-Zellen länger.

Ein abschließender Vorteil, der immer mehr an Bedeutung gewinnt: LiFePO4-Batterien verzichten auf Schwermetalle wie Nickel oder seltene Rohstoffe wie Kobalt und schützen dadurch Mensch und Umwelt.

Schildkröte vs. Hase 

Die Unterschiede zwischen der NMC/NCA und Lithium-Eisen-Phosphat-Technologie lassen sich bildlich veranschaulichen: 

Kennen Sie die Fabel vom Wettrennen zwischen der Schildkröte und dem Hasen? Falls nicht, hier die Zusammenfassung in aller Kürze: In der Fabel des altgriechischen Fabeldichters Äsop verhöhnt ein Hase die langsame Schildkröte. Die Schildkröte fordert den Hasen daraufhin zu einem Rennen auf. Schnell ist der Hase um die Hasenlänge vorn und weit vor der Schildkröte. Zuversichtlich, dass er das Rennen ohnehin gewinnt, macht er während des Rennens ein Nickerchen. Doch als der Hase aufwacht, muss er feststellen, dass die Schildkröte, die langsam aber stetig ging, das Rennen gewonnen hatte. Die Moral aus der Geschichte: Ausdauer gewinnt.

Und deshalb setzt neoom lieber auf Schildkröten als auf Hasen. Die Schildkröten sind in unserem Beispiel die Lithium-Eisen-Phosphat-Akkus: Sie laden langsamer, weisen eine geringe Energiedichte auf, aber werden sehr alt.

Die Hasen hingegen sind die Akkus mit NMC / NCA Technologie: Schnell, einer hohen Energiedichte – doch sie werden nicht alt. Dass sie schneller laden, bringt auch keinen Vorteil, da Heimspeicher nicht in 5-10 Minuten aufgeladen werden, sondern in 3-4 Stunden. Sie verlieren dadurch das Rennen.

 

 

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